Begründet Glauben

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Woher kommt die Idee?

Paulus: Argumente für eine Botschaft mit Inhalt und Wahrheitsanspruch.

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Die Einstellung von Paulus zu Argumentation, Wahrheitsanspruch und inhaltsreicher Botschaft in der Apostelgeschichte ist deutlich: In allen Städten bringt er eine Botschaft mit Inhalt und Wahrheitsanspruch, ist bereit zu diskutieren und zu argumentieren.

1. Damaskus: Apg. 9, 20: Saulus predigt in den Synagogen, 22: bewies, dass dieser der Christus ist. Er brachte sie in Verwirrung
2. Jerusalem: Apg. 9, 28: Saulus spricht freimütig im Namen des Herrn, 29: redete und stritt mit den Hellenisten.
3. Antiochia: Apg. 11,26: Saulus (u.a.) lehren eine zahlreiche Menge.

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Von Anfang an

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Von Anfang an wurde die Botschaft der Christen angegriffen. Und von Anfang an haben sie versucht, diese Botschaft mit Argumenten zu stützen und ihre Gegner zu widerlegen. Die frühesten Angriffe gegen sie stellten sie als gesetzlose Kannibalen dar (immerhin weigerten sie sich, das Gebot, dem Kaiser zu Opfern, zu befolgen und nahmen Gerüchten zu folge auch Blut und Fleisch von Jesus zu sich). Sie wurden des Inzest verdächtigt, weil Eheleute sich ja als Brüder und Schwestern sahen. Sie waren offensichtlich Atheisten, denn sie hatten überhaupt keine sichtbaren Götter. Und da sie den staatlichen Göttern nicht opferten, wollten sie wohl, dass der Staat zugrunde geht – daher die Anklage des „Hass gegen die Menschheit“.

Wer geht denn nicht mit der Lehre der Christen ins Gericht? Wer von den Heiden tut dies nicht, auch wenn er sie nicht einmal oberflächlich untersucht hat? Wer von den Juden spricht nicht über die Sache der Christen? Wer nicht von den Griechen? Wer nicht von den Philosophen? Wer nicht von den Leuten auf der Straße? Allenthalben wird über Jesus gerichtet und geurteilt.“ (Orig., hom. in Ieremiam 14,8, zit. n. Fiedrowicz 2001, 14)

 

Vorbilder für die ersten Christen

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Die Christen hatten in ihrer Verteidigung viele Vorbilder: Plato lieferte mit der Apologie des Sokrates ein Vorlage für die Verteidigung eines zu unrecht hingerichteten Gerechten.

Jesus selbst war schlagfertig und von bestechender Logik (vergleiche z.B. Markusevangelium 2,23-27, Johannesevangelium 5, Matthäusevangelium 11,1-6, Lukasevangelium 7,36-50).

Paulus zeigte im Diskurs mit den Akademikern in Athen (Apostelgeschichte 17,22-31) und in seiner Rede an die Landbevölkerung in Lystra (Apostelgeschichte 14,11-17) wie man an die Vernunft und Überzeugung von Menschen appeliert, die die heiligen Schriften der Juden nicht akzeptieren oder kennen.

 

Grundlagen in den biblischen Quellen

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"Seid allezeit bereit zur Verantwortung (apología) vor jedermann, der von euch Rechenschaft (lógos) fordert über die Hoffnung, die in euch ist, aber sanft und voller Ehrfurcht vor Gott." (Die Bibel, 1. Petrusbrief, Kapitel 3,15-16)

"Du sollst den Herrn, deinen Gott lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele, von allen Kräften und von ganzem Verstand" (Die Bibel, Lukasevangelium, Kapitel 10, 27)

"Seid nicht Kinder, wenn es ums Verstehen geht" (Die Bibel, 1. Korintherbrief, Kapitel 14, 20)

"Eure Rede sei allezeit freundlich und mit Salz gewürzt, dass ihr wisst, wie ihr einem jeden antworten sollt." (Die Bibel, Kolosserbrief, Kapitel 4,6)

"Komm in die Gänge, start den Motor im Kopf!" (Die Bibel, 1. Petrusbrief, Kapitel 1,13)

 

Das wichtigste Argument

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Die frühen christlichen Philosophen hatten ein sehr herausforderndes Argument: Sie konnten zu ihren Gegnern und Gesprächspartnern sagen: „Schaut’s halt unser Leben an!“

Jesus hat seine Verteidigung im Lebenswandel seiner Jünger. (Origenes, Cels. Praef. 2)

Hatten wir früher an der Unzucht gefallen, so huldigen wir jetzt einzig der Keuschheit; gaben wir uns einst mit Zauberkünsten ab, so haben wir uns jetzt dem guten, ungezeuguten gott übergeben; schätzten wir der Erwerb von Geld und Gut höher als alles, so stelle wir jetzt das, was wir haben, in den Dienst der Allgemeinheit und teilen es mit jedem Bedürftigen; hassten und mordeten wir einander und gönnten wir dem Fremden, weil er andere Bräuche hat, nicht einmal unsere Herdgemeinschaft, so leben wir jetzt, seit Christus erschienen, als Tischgenossen zusammen, beten für unsre Feinde, und suchen, die uns ungerechter Weise hassen, zu überreden, dass auch sie nach Christus schönen Weissagungen leben und dadurch zu der frohen Hoffnung gelangen, einmal dieselben Güter, wie wir, von dem Herrn über alles, Gott, zu empfangen. (Justin, Ap.I.14.1-5.)

Bei uns dagegen könnt ihr ungebildete Leute, Handwerker und alte Mütterchen finden, die zwar nicht im Stande sind, argumentativ die Nützlichkeit ihrer Lehre darzulegen, aber praktisch den Wert ihrer Grundsätze aufzeigen. Denn nicht auswendig gelernte Worte sagen sie her, sondern eine gute Lebenspraxis zeigen sie vor. (Athenagoras, legatio, 11.4)

Diese Worte fordern auch die NachfolgerInnen von Jesus im 21. Jahrhundert heraus!

 



Dass die wirklich Frommen und die wirklichen Freunde der Weisheit es ablehnen, hergebrachten Anschauungen sich anzuschliessen, wenn diese unrichtig sind, und nur das Wahre achten und lieben, fordert die Vernunft. Denn nicht nur verbietet es die gesunde Vernunft ungerechten Handlungen nachzufolgen, sondern der Wahrheitsfreund muss auch unter allen Umständen, selbst mit Hintansetzung des eigenen Lebens und drohendem Tode zum Trotze, das Rechte zu bekennen und zu thun sich entschliessen. Justin, Apologie, I.2.1