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Die Soli / Solas / Solae der Reformation: Relevant für heute

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Sola scriptura, sola fide, sola gratia, solus Christus, soli Deo gloria

Allein durch die Schrift, allein durch den Glauben, allein durch die Gnade, allein durch Christus, Gott allein die Ehr‘ – heißt das alles übersetzt.

Die Soli der Reformation sind sie noch relevant? Ja, denn sie stellen die Frage nach zuverlässiger Information, dem Weg zum Glück, nach Freiheit und Erlösung und dem Sinn des Lebens. Aber sie sind verdächtig, weil sie so alt sind und so kontroversiell.

 

Sie haben vielleicht gedacht, Sie sind im Lateinunterricht gelandet. Das sind alles alte Hüte. Vor 500 Jahren war anscheinend die coole Sprache nicht Englisch, sondern Latein und vor 500 Jahren wurden die Kernwerte des Evangeliums so formuliert.

 

Diese Slogans der Reformation gehen auf Martin Luther zurück, aber sie wurden nicht irgendwie als Thesen gesammelt angeschlagen, sondern sind eher verstreut in verschiedenen Werken von verschiedenen Reformatoren zu finden. [1]

Warum wurden diese Schlagworte formuliert? Sie waren immer Abgrenzungen gegenüber Lehren, gegen die die Reformation aufgetreten war: Schrift über Tradition, Glaube über Werke, Gnade über Verdienst, Christus über alle anderen Vermittler der Liebe Gottes.

Aber das war vor 500 Jahren, also geht es da um echt alte Hüte. Ich hab mir vorgenommen, zu zeigen, dass diese Aussagen sehr wichtig für uns im Jahr 2017 sind, weil sie immer wichtig waren und immer wichtig bleiben.

Neben diesem hohen Alter machen auch zahlreiche Aufreger die Slogans der Reformation verdächtig, vor allem dieses Wort „allein“, weil es so einen starken Alleinvertretungsanspruch, so einen Absolutheitsanspruch transportiert.

Die Aussage ist die: Es gibt nur einen zuverlässigen Zugang zu göttlicher Wahrheit und dieser Zugang ist sola scriptura, also allein durch die Schrift, durch die Bibel. Und es gibt nur einen Zugang zum Himmel, und dieser Zugang ist von Gottes Seite her sola gratia, allein durch Gnade und vom Menschen her sola fide, allein durch Glauben. Und es gibt nur einen Weg in den Himmel, einen einzigen Vermittler, der uns in den Himmel bringt, und er ist solus Christus, also Christus allein. In Zeiten von religiösem Pluralismus kommen uns diese Aussagen sehr grell vor. Ich hab mir vorgenommen, zu zeigen, dass diese Aussagen sehr vernünftig sind und es kein Problem ist, dass sie so absolut sind.

 

Ich hab mir also überlegt, wie kann ich darüber reden, wie kann ich rüberbringen, warum diese Aussagen 2017 auch noch plausibel und relevant sind?

Das Stollengleichnis

Mir ist folgender Vergleich eingefallen, es ist so eine Variante vom berühmten Höhlengleichnis in der Philosophie. Diesmal kommt es aber nicht von Platon oder Sokrates, sondern von mir. Damit keine Verwechslungsgefahr oder Plagiatsvorwürfe gibt, nennen wir mein Version das Stollengleichnis.

Ich denke immer wieder an diese Geschichte aus dem Jahr 2010, wie diese Bergarbeiter in Chile verschüttet wurden. Das hat mich damals sehr bewegt und deswegen ist mir vielleicht mein eigenes Höhlengleichnis eingefallen, das Stollengleichnis:

1. Das Unglück – die Notwendigkeit der Rettung

Stellen wir uns Menschen vor, die unter hunderten Metern von Stein und Fels und Geröll eingeschlossen sind in einem Bergwerk. Sie haben genug, um eine ziemlich lange Zeit gut zu leben. Stellen wir uns vor, sie leben ganz gut. Sie haben genug Luft, genug Nahrung, genug Energie. Der Stollen ist auch weitläufig, so dass man sich ein bisschen bewegen kann. Bewegung ist ja wichtig, Sport ist gesund. Und die Stollenmenschen haben auch Medikamente, sie können sagen: Hauptsache g‘sund.

Vielleicht ist das Unglück schon viele, viele Jahre her und es gibt nur noch undeutliche Erinnerungen an ein Leben vor dem Unglück. Jetzt leben sie schon so lange im Stollen, dass sie das Gefühl haben: Ja, das ist einfach das normale Leben und das ist alles, was es gibt.

Aber manche von ihnen haben das Gefühl, dass dieses Stollenleben irgendwie nicht das wahre Leben ist, dass es mehr gibt, sie sehnen sich nach mehr, sie haben solche Gefühle der Sehnsucht nach Wind und Sonnenlicht und Vogelgezwitscher und sie wissen nicht recht, wo das herkommt. Manche fangen sogar an zu suchen, ob die Stollen irgendwo hinführen, ob sie irgendwo hinkommen. Aber sie sind viel zu weit unten, sie können sich niemals selbst ins Freie rausgraben – und manche wollen es auch gar nicht mehr.

Das ist das Unglück, die Ausgangslage.

Wenn die Christen mit ihrem Weltbild Recht haben, geht’s uns Menschen allen so. Wir leben nicht das Leben, für das Gott uns ursprünglich geschaffen hat. Menschen sind von Gott dazu gemacht, jeden Atemzug in Gottes unendlicher Liebe zu leben. Gottes Liebe, das ist unser natürlicher Lebensraum. Aber wir Menschen sind weggelaufen, haben uns eingegraben und sind von Gott getrennt. Und in dem engen Raum unter Tage treten wir uns gegenseitig auf die Füße, wir werden aneinander schuldig. Wenn wir getrennt sind von der Quelle des Lebens und der Liebe, dann ist das kein Wunder.

Das ist das Unglück, die Ausgangslage.

2. Die Botschaft (Sola Scriptura)

Das Stollengleichnis geht weiter mit der Botschaft. Denn eines Tages kommt eine Bohrung in ihre Haupthöhle. Ganz dünn, es passt nur ein dünnes Rohr wie ein Schlauch durch und durch das Rohr kommt eine Nachricht. Die Nachricht lautet: Wir sind dabei, euch zu retten. Diese Nachricht ist die Relevanz von Sola Scriptura. Es kommt von außerhalb eine Botschaft. Von ganz oben, vom wahren Leben, kommt eine Botschaft.

Sola Scriptura, dieses Prinzip der Reformation, stellt diese enorm wichtige Frage: Woher kommt zuverlässige Information über Gottes Rettungsaktion? Gerade in unseren Zeiten von Fake News und Alternative Facts ist das wieder eine entscheidende Frage: Wem kann man vertrauen?

Die Reformatoren haben sich zurückbesonnen auf die Quellen, auf die Grundlagendokumente des christlichen Glaubens und ganz klar gesagt: Was an Botschaft durch die Heilige Schrift zu uns kommt, steht über allen anderen Autoritäten. Es braucht keine weiteren Ergänzungen durch kirchliche Überlieferung oder angebliche Sonderoffenbarung, denn Menschen irren sich, wieder und wieder.[2] Deswegen fangen die 95 Thesen mit dem an, was Jesus gesagt hat und hören mit Gottes Wort auch auf.[3]

Beim Propheten Jesaja steht: „So viel der Himmel höher ist als die Erde, so sind meine Wege höher als Eure Wege und meine Gedanken als eure Gedanken. Denn wie der Regen fällt und vom Himmel der Schnee …“ (Jes 55,9f) Gott überbrückt den Abstand zwischen ihm und dem Menschen durch seine Worte. Die Schrift ist von Gott eingegeben. Gott spricht durch die Schrift. Wo Gott spricht, da geschieht etwas. Deswegen macht die Schrift „weise zur Rettung durch den Glauben an Jesus Christus“ und „rüstet zu jedem guten Werk aus“ (2.Tim3,14-16)

Von denen, die am Leben sind, kommt eine lebensverändernde Botschaft. Da könnten wir viele Beispiele anführen, wie die Worte der Bibel quer durch alle Jahrhunderte bis heute Menschen verändern. (Thomas A. Tarrents)

Jetzt ist die Frage: Stimmt das? Kommt die Botschaft wirklich von ganz oben?[4]

Wenn jemand sagt: ich sehe das über Gott und die Menschen aber anders, dann würde ich immer fragen: Woher hast Du Deine Informationen? Hier könnten wir wieder sehr lange diskutieren. Ich bin sicher: Keine andere Quelle ist so zuverlässig wie das Neue Testament, es ist historisch und philosophisch überzeugend.

3. Die Bohrung und die Rettungskapsel – der Weg zurück (Christus Solus)

Jetzt wird ein Stollen gebohrt, wo eine Rettungskapsel durchpasst. Das haben sie damals, also 2010 bei den Bergleuten in Chile auch gemacht. Sie haben ein einziges Loch ganz runter zu ihnen gebohrt. Wisst Ihr, wie ein Bohrer aussieht, der 700 Meter durch den Fels getrieben wird? Der ist hinüber. Zerrieben von dem harten Fels, der den Weg versperrt. Und wenn der Weg frei ist, dann wird eine Rettungskapsel runtergelassen.

Von oben wird also ein einziger Weg gemacht. Aber es zerreibt den Bohrer dabei. Der, der den Weg frei macht, wird zerrieben. Es braucht noch eine Rettungskapsel.

Und das ist die Relevanz von Solus Christus. Das historische Christentum ist eindeutig: Nur Jesus Christus macht den Weg zu Gott frei. Aber er macht das am Kreuz und dabei stirbt er. Alles, was uns von Gott trennt, unsere Lieblosigkeit, unsere Rebellion gegen Gott, zerreibt ihn und gleichzeitig durchbohrt er es. Alle Schuld, alle Strafe, alle Lieblosigkeit wird durch das Opfer von Jesus zerrieben. Er stirbt für die Menschen (nicht nur für ihre Schuld, Offb 5,9; Mk 10,45). Er macht den Weg frei, aber nicht nur das. Er ist auch die Rettungskapsel, die die Stollenmenschen ins Freie bringt.

Diese Bergleute in Chile, die wurden (am 13.10.2010) einer nach dem anderen wieder ins Freie gebracht.

Die Rettungskapsel war sehr interessant: erstens war sie nur 53 Zentimeter breit. Das ist also ein enger Weg. Aber es gibt keinen anderen Weg, kein einziger der Bergleute hat damals gesagt: Das ist mir zu eng, außerdem sollte es nicht nur einen Weg geben. Das wär absurd.

Das zweite, was ich so interessant gefunden habe, war der Name der Rettungskapsel: Sie hieß „Fénix 2“ (deutsch: „Phönix 2). Der Phönix ist dieses Symbol für neues Leben, für Auferstehung aus der Asche des Todes. Christen sagen ja über Christus, dass er den Tod besiegt hat und zu Ostern vom Tod auferstanden ist und jetzt ewig lebt. Und deswegen kann er auch Menschen ins Freie bringen.

Er ist also zugleich der Bohrer und die Rettungskapsel und das ist sonst niemand, deswegen dieses Schlagwort: Solus Christus. Christus allein. „Es ist kein anderer Name unter dem Himmel den Menschen gegeben, in dem wir gerettet werden müssen.“ (Apg 4,12). Kein anderer Mensch, kein Engel, kein Heiliger, nichts und niemand sonst: Es gibt niemanden sonst, der uns rettet, der uns in den Himmel bringt, an den wir uns wenden können um Hilfe.

4. Die Kosten und die Fahrt ins Freie – Sola Gratia und Sola Fide

Aber noch sind wir nicht im oben an der Luft. Das Stollengleichnis geht noch weiter. Der Weg ist frei und jetzt ist die Frage: Wer übernimmt eigentlich die Kosten für diese Rettungsaktion und wie kommt man raus?

Es wäre absurd, wenn die Stollenmenschen die Rettungsaktion zahlen müssten. Das können sie niemals, sie haben nichts als ihr Leben und sie können diesen Preis niemals zahlen und sie wurden ja auch gar nicht gefragt, ob sie gerettet werden wollen. Die Bohrungsarbeiten haben einfach angefangen und die oben haben den Preis dafür übernommen. Dass der Weg frei gemacht wird, ist alles nur Gnade, geschenkt. Das ist die Relevanz von Sola Gratia.

Durch Gnade allein werden Menschen gerettet, nicht durch Verdienst. Wir heute denken oft, wir müssten Punkte sammeln bei Gott, damit er uns liebt. Vor 500 Jahren haben die Menschen oft gedacht, sie könnten Gottes Vergebung durch den Ablasshandel kaufen. Aber die Reformatoren haben in der Bibel gelesen: „Denn aus Gnade seid ihr errettet durch Glauben, und das nicht aus euch, Gottes Gabe ist es.“ (Eph 2,8) Auch der Glaube ist kein Verdienst. (Wenn ich Dir etwas in die Hand drücke, dann reagierst Du oft automatisch so, dass Du es nimmst. Man kann dann aber nicht sagen: gut gemacht, dass Du das genommen hast. Das Geschenk produziert auch die Annahme. Der Glaube wird durch das Wort aus Gnade allein geweckt.)

Gnade braucht nicht noch etwas von Seiten der Menschen. Gnade ist kein „Ding“, das Gott uns gibt, es ist nicht so, dass Gott uns zehn Kilogramm Gnade aufs Konto bucht oder so.

Gnade ist das Geschenk seiner eigenen Gegenwart. Gott selbst tritt in unser Leben, Jesus ist da, jetzt fängt das echte Leben an, es ist gratis.

Und das ist etwas Unglaubliches, Spektakuläres, das ist umwerfend. Das ist so anders, als ich mir das vorstellen würde. Wir leben hier in Mitteleuropa ja in einer Kultur des Handels. Es entstehen Kosten. Es gibt nichts gratis. Wir lassen uns ungern was schenken. Wir wollen niemandem was schuldig sein.

Das war immer schon so. Jesus hat auch schon immer und immer wieder diesen Punkt beackert, weil die Leute einfach nicht so denken. Die Menschen haben immer gedacht: Ich muss mir den Himmel verdienen. Aber Jesus hat immer gesagt: Das kannst Du gar nicht, das ist alles geschenkt.

So anders ist Gott, so anders als ich. So großzügig und voller Liebe. Er macht das alles aus Liebe und gratis. Schon Augustinus hat gesagt: Wenn die Gnade nicht gratis ist, ist sie keine Gnade.[5]

Also, der Stollenmensch steht vor der Gratisfahrt ins Freie. Jetzt ist die Frage für jeden einzelnen Bergmann, ob er in diese Kapsel einsteigt, diesen einen, einzigen Weg von oben und nach oben. Er muss kein Ticket lösen, er muss nicht erst noch als Fahrtpreis 10 Meter Stollen graben. Nein. Er darf einfach einsteigen und sich raufbringen lassen.

Aber jeder einzelne Stollenmensch braucht dazu Vertrauen. Wird das funktionieren? Immerhin ist das ziemlich eng und ungemütlich, das ist eine abenteuerliche Fahrt. Vertraue ich auf diese Rettungskapsel? Immerhin muss ich da mein ganzes Leben hineinstellen. Und das ist die Relevanz von Sola Fide.

Durch Glaube, nicht durch Werke, wird ein Mensch gerettet. „Denn wir urteilen, dass der Mensch durch Glauben gerechtfertigt wird, ohne Gesetzeswerke.“ (Röm 3,28) „… damit wir aus Glauben gerechtfertigt würden.“ (Gal 3,24) Das bedeutet nicht, dass der Glaube keine sichtbaren Auswirkungen im Leben eines Menschen hat, sondern, dass die menschlichen Werke einen Menschen nicht in Gottes Liebe zurück bringen. Die Waage, die Gott in der Hand hält, die guten Werke, die hoffentlich die schlechten überwiegen, das sind Vorstellungen, die sich nicht in der Bibel finden und die nicht zum Evangelium passen. Gute Werke sind wie Früchte eines Baumes. Der Baum wird nicht durch die Früchte zum Baum, der Baum wird nicht durch die Früchte lebendig. Es ist umgekehrt: Wenn Leben da ist, wächst Frucht. Und die Verbindung mit dem Leben Gottes geschieht aus Gnade durch Glauben.

Allein durch Glaube heißt, dass wir nicht erst noch Gott den Fahrtpreis bezahlen müssen. Aber es ist auch nicht so, dass ich halt jetzt tun kann, was ich will. Ich muss mich schon diesem Jesus mit meinem ganzen Leben anvertrauen. Wo er mich hinbringt, geh ich hin. Ich muss mich mit allem was ich bin hineinstellen. Ich kann nicht mittendrin sagen: Jetzt steig ich aus. Deswegen ist das Evangelium kein billiger Glaube und keine billige Gnade.

Es kostet was. Der Fahrtpreis ist bezahlt – aber ich selbst vertraue mich jetzt jemandem an. Der höchsten Autorität. Dem Retter, der den Weg vorgibt.

Und so kommt Gottes Leben in mein Leben und ich komme in Gottes Liebe zurück – das fängt jetzt schon an und hört nie auf. Unendliche Liebe – darum geht es im Christlichen Glauben, darum geht es in der Reformation.

Und für diese Rettung gebührt nur Gott allein die Ehre, unser Dank und unsere Bewunderung.

Die Soli heute

Wenn das, was ich gesagt habe, stimmt, dann sind die Schlageworte der Reformation heute immer noch wichtig. Dann ist die Reformation nicht vorbei. Dann ist es nicht dumm oder veraltet oder irrelevant oder falsch zu sagen: Wir werden allein durch die Schrift von Gottes Wahrheit zuverlässig informiert, nur Christus allein bringt uns zu Gott und wir kommen zu Gott allein durch Glaube und allein durch Gnade.

Die Soli der Reformation sind Aussagen, die den Kern des Evangeliums betreffen. Und deshalb waren sie entweder nie wahr oder sie sind auch heute wahr. Sie stellen Fragen nach der Wahrheit, dem Weg zu Gott, Freiheit und Erlösung und dem Sinn des Lebens.

Und wenn sie wahr sind, dann ist es höchste Zeit für jede und für jeden von uns, sich Jesus Christus voller Vertrauen zuzuwenden. Sagen Sie: Was Du sagst, ist wahr. Ich brauche Rettung. Vergib mir meine Schuld. Danke für den Weg, den Du frei gemacht hast. Ich kann nichts beitragen. Hilf mir, Dir zu vertrauen. Sei Du mein Herr.

Wenn das wahr ist, dann ist das eine angemessene Reaktion. Wenn das wahr ist, ist Jesus jetzt hier und er ist unsere lebendige Hoffnung, unsere Rettungskapsel, bei ihm werden wir frei von Schuld, er bringt Gottes Liebe in unser Leben und bringt uns sicher an sein Ziel.

Und ob sie wahr sind, muss jeder für sich rausfinden. Es gibt viele gute Gründe, warum ich überzeugt bin, dass das Evangelium wahr ist.



[1] Teilweise gab es für ähnliche Ausdrücke schon lange Traditionen (Augustinus: Gnade, Thomas von Aquin: Glaube). Erst im 20.Jahrhundert hat man sie so systematisch zusammen aufgelistet (Theodore Engelder, The Three Principles of the Reformation…; Emil Brunner, Der Mittler). Die Soli sind also alt und jung zugleich. 1554 schrieb Melanchthon „sola gratia justificamus et sola fide justificamur“ (Philippi Melanthonis Opera quae supersunt omnia, Band 8, 357).

[2] M.Luther, Assertio: solam scripturam regnare Martin Luther: Wahrheitsbekräftigung aller Artikel Martin Luthers, die von der jüngsten Bulle Leos X. verdammt worden sind (= D. Martin Luthers Werke. WA 7). 1897, S. 98 (Latein: Assertio omnium articulorum M. Lutheri per bullam Leonis X. novissimam damnatorum. 1521.). Wer legt Schrift recht aus? Die Schrift ist durch sich selbst glaubwürdig, deutlich und ihr eigener Ausleger (ebd S 97).

[3] Engelder, The Three Principles oft he Reformation: Sola Scriptura, Sola Gratia, Sola Fides. 97-. In: William Herman Theodore Dau (Hg), Four Hundred Years: Comemorative Essays on the Reformation of Dr. Martin Luther and Its Blessed Results. Concordia Pub. House, St. Louis, 1916,97-109, 98.

[4] Es gibt Stollenleute, die sagen, diese Botschaft ist eine Fälschung. Andere sagen, die Information hat auf dem langen Weg nach unten ihre Qualität verloren, sie ist ganz abgenudelt und was wirklich oben gesagt wurde, weiß man nicht. Andere sagen: Nein, es stimmt, aber es gibt noch andere Informationen, die genauso wichtig sind, die nicht aus diesem Rohr kommen. Sola Scriptura, dieses Prinzip der Reformation, stellt die Frage: Woher kommt zuverlässige Information über Gottes Rettungsaktion?

[5] F. Loofs: Leitfaden zum Studium der Dogmengeschichte, 1. und 2. Teil: Alte Kirche, Mittelalter und Katholizismus bis zur Gegenwart. 6. Auflage herausgegeben von K. Aland. Max Niemeyer Verlag, Tübingen, 1959. S. 308.

 

Zuletzt aktualisiert am Dienstag, den 28. Februar 2017 um 19:42 Uhr  

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Man kann sogar ernsthaft (allerdings ohne breite Unterstützung) historisch argumentieren, dass Jesus nie gelebt hat ... Obwohl Jesus wahrscheinlich existierte ... Richard Dawkins, The God Delusion, 122