Begründet Glauben

Ein Netzwerk für Fragen und Antworten über den christlichen Glauben

  • Schrift vergrößern
  • Standard-Schriftgröße
  • Schriftgröße verkleinern
Start Ist die Geschichte passiert? Was wissen wir ohne die Bibel über Jesus?
Was wissen wir ohne die Bibel über Jesus?

Was sagt die antike Geschichtsschreibung über Jesus?

E-Mail Drucken PDF

Auch ohne die Bibel wissen wir eine Menge über Jesus aus der antiken Geschichtsschreibung. Wenn man bedenkt, dass ein Handwerker und Lehrer aus einer weit entfernten Provinz für antike Autoren völlig uninteressant war, ist es erstaunlich viel, was wir über Jesus erfahren:

Jesus hat wirklich gelebt, er war Jude, wurde wegen Hochverrat von Pontius Pilatus gekreuzigt. Die Bewegung kam kurz ins Stocken, aber seine Nachfolger wendeten sich nicht von ihm ab und stellen deswegen die Welt auf den Kopf. Das alles ist öffentlich bekannt.

 

Flavius Josephus über Jesus

E-Mail Drucken PDF

Flavius Josephus (37/38-ca.100 n.Chr.) war ein jüdischer Historiker und General im jüdischen Krieg gegen Rom.

Die berühmte Stelle aus den Jüdischen Altertümern berichtet über Jesus und bezeichnet ihn als "den Christus", was von dem nicht-christlichen Pharisäer Josephus entweder ironisch gemeint war oder später in den Text eingefügt wurde. Da umstritten ist, wie gut der Text überliefert wurde, wird hier nur ein relativ unkontroversieller Teil angeführt:

Und obgleich ihn Pilatus auf Betreiben der Vornehmsten unseres Volkes zum Kreuzestod verurteilte, wurden doch seine früheren Anhänger ihm nicht untreu; ...“ (Jüdische Altertümer XVIII.3.3.)

Eine weitere Erwähnung findet Jesus im Zusammenhang mit der Ermordung von Jakobus, der ein Bruder von "Jesus, genannt dem Christus" war. (Jüdische Altertümer XX.9)

 

Tacitus über Jesus

E-Mail Drucken PDF

Der römische Historiker Tacitus (55-120) interessierte sich nicht für die Christen. Erst im Zusammenhang mit dem Brand Roms unter Nero muss er auf die eingehen, denen Nero die Schuld in die Schuhe schob und die er darauf hin foltern und mit "äußerst ausgesuchten Strafen" hinrichten ließ:

Aber nicht durch menschliche Hilfe, nicht durch reiche Spenden des Prinzeps oder Besänftigungen der Götter wich das Gerücht, daß der Brand für einen befohlenen gehalten wurde.  Daher schob Nero für die Beseitigung des Gerüchts Schuldige vor und verhängte äußerst ausgesuchte Strafen (über sie), die das Volk als wegen der Schandtaten verhaßte Chrestianer bezeichnete. Der Namensspender Christus war unter der Herrschaft des Tiberius durch den Prokurator Pontius Pilatus zum Tode verurteilt worden; und der für den Augenblick unterdrückte verderbenbringende Aberglaube brach wieder hervor, nicht nur in Judäa, dem Ursprung dieses Übels, sondern auch in der Stadt Rom, wo von überall her alles gräßliche und schändliche zusammenfließt und gefeiert wird.“ (Analen XV.44)

Man kann Tacitus keineswegs als dem Christentum gegenüber freundlich gesinnt bezeichnen.

Interessanterweise berichtet er davon, dass die Bewegung von Jesus ("der verderbenbringende Aberglaube") nach seinem Tod kurz ins Stocken geraten ist, dann aber weiter ging und sich sogar bis nach Rom ausbreitete.

 

Plinius über Jesus

E-Mail Drucken PDF

Plinius der Jüngere (61/62-113/115 n.Chr.) schrieb im Jahr 112 n.Chr. in seiner Eigenschaft als Statthalter an den Kaiser Trajan, wie er mit den Christen umgehen solle, die dem Kaiser nicht opfer wollten und deren "ansteckender Aberglaube" bereits Städte und Dörfer erreicht. Plinius freut sich, dass seine Verfolgung dazu führt, dass die Tempel wieder öfter besucht werden, nachdem sie vorher bereits fast völlig verlassen waren.

Bei seinen Verhören konnte er von solchen, die dem Christentum abschwörten, Folgendes über den Glauben der Christen in Erfahrung bringen:

Dabei versicherten sie jedoch, ihre Hauptschuld oder vielmehr ihr Hauptfehltritt habe darin bestanden, dass sie immer an einem bestimmten Tage vor Sonnenaufgang zusammengekommen seien, auf Christus wie auf einen Gott (Christo quasi deo) abwechselnd ein Lied gesungen und sich durch einen feierlichen Eid  nicht etwa zu einem Verbrechen verpflichtet hätten, sondern dazu, dass sie keinen Diebstahl, keinen Raub, keinen Ehebruch begehen, kein Wort brechen und kein anvertrautes Gut unterschlagen wollten.“ (Plinius, Brief an Kaiser Trajan 10.96-97)

Plinius berichtet uns also davon, dass Christus wie ein Gott verehrt wurde und dass das Christentum schnell so viele Anhänger gewonnen hat, dass die Tempel immer leerer wurden.

 

Außerbiblische Belege bei christlichen Autoren

E-Mail Drucken PDF

Frühe Kirchenväter und christliche Philosophen zitieren oft die Schriften des Neuen Testaments und beziehen sich auf die Ereignisse rund um Jesus.

Zum Beispiel schrieb Justin, "der Philosoph und Märtyrer", ungefähr im Jahr 152 n. Chr. eine Abhandlung, die an den Kaiser Antonius und seinen Sohn Mark Aurel adressiert war, seine Apologie (Text in deutscher Übersetzung). Darin berichtet Justin wiederholt davon, dass unter Pontius Pilatus Akten angefertigt wurden, die der Kaiser selbst in seinen Archiven vorfinden wird. Hätte er diese Argumente verwenden können, wenn es die Akten nicht gegeben hätte?

Und nachdem sie ihn gekreuzigt hatten, warfen die, welche ihn gekreuzigt hatten, über seine Kleidung das Los und teilten sie untereinander. Daß das so geschehen ist, könnt ihr aus den unter Pontius Pilatus angefertigten Akten ersehen“ (Justin der Märtyrer, 1. Apologie 35, 7-9)

Justin waren auch die Evangelien bekannt - und dass ihr Inhalt auf die ersten Augenzeugen der Auferstehung, die Apostel zurückging:

"Denn die Apostel haben in den von ihnen stammenden Denkwürdigkeiten, welche Evangelien heißen, überliefert, es sei ihnen folgende Anweisung gegeben worden: Jesus habe Brot genommen, Dank gesagt und gesprochen: „Das tut zu meinem Gedächtnis, das ist mein Leib“, und ebenso habe er den Becher genommen, Dank gesagt und gesprochen: „Dieses ist mein Blut“, und er habe nur ihnen davon mitgeteilt." (1. Apologie, 66)

 



Termine

Zur Zeit sind keine Eintrge vorhanden!
Wenn ich also etwas beweisen will, nehme ich Beispiele wie aus Dingen, die du schon zugegeben, denen du schon zugestimmt hast. Petrus Venerabilis, contra sectam, 150.8-11