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Wurde der Bibeltext im Lauf der Jahre verändert?

Abschreibfehler - Stille Post?

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Die Originale der Schriften des Neuen Testamentes sind nicht erhalten geblieben. Das älteste Fetzelchen vom NT ist ein winziger Papyrus, p52, der einen Teil aus dem Johannesevangelium beinhaltet und auf 125-150 n. Chr. datiert wird. Die ältesten Gesamtausgaben des NT, die erhalten blieben (Codex Sinaiticus, Codex Vaticanus), stammen ungefähr aus dem Jahr 350.

Alle diese Texte wurden kopiert und immer wieder kopiert - wurden sie dabei nicht verfälscht? Passiert nicht automatisch dasselbe wie beim Spiel "Stille Post"?

Wenn wir von den Texten ausgehen, die wir haben (und das sind die Daten, auf denen ein Argument beruhen sollte), wird deutlich, dass wir zwar jede Menge Varianten haben, aber nichts, was die Textbedeutung verändert.

Das heißt, wenn wir von den Daten ausgehen, die wir haben, dann sieht man, dass die Texte des Neuen Testamentes zwar nicht in allen Fällen zu 100% identisch sind, dass es aber keine schwerwiegenden Unsicherheiten über die ursprüngliche Textbedeutung gibt. (Was macht es beispielsweise, dass der Schreiber vom Codex Vaticanus immer Johannes mit nur einem "n" schreibt, "Johanes"?) Die verschiedenen kleinen Textvarianten stellen kein Problem dar, im Gegenteil. Sie stellen einen weiteren Hinweis darauf dar, dass das Original, das nach den wissenschaftlichen Regeln der Textkritik rekonstruiert werden kann, sogar noch älter als diese uralten Handschriften sein muss.

 

Fehleranfällige Schreiber?

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Die Schreiber, die die Texte des Neuen Testamentes kopiert haben, wussten, dass Abschreibfehler möglich sind und haben sich bemüht, so gut wie möglich zu arbeiten.

Eine interessante Randbemerkung im Codex Vaticanus von einem späteren Schreiber zum Text von Hebräer 1,3 lautet: "Narr und Schurke, kannst Du nicht die alte Lesart in Ruhe lassen und nicht verändern!"

Offensichtlich bezieht sich der Autor dieser Zeilen auf die Änderung eines griechischen Wortes

"tragend (pheron) alle Dinge durch die Macht seines Wortes" in
"sichtbar machend (phaneron) alle Dinge durch die Macht seines Wortes".

Das heißt, er wusste, dass hier etwas nicht stimmt, und sein Ziel war es, den ursprünglichen Text zu bewahren.

 



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Denn aus welchem vernünftigen Grunde sollten wir einem gekreuzigten Menschen glauben, dass er des ungezeugten Gottes Erstgeborener sei, und dass gerade er über das ganze Menschengeschlecht Gericht halten werden, wenn wir nicht Zeugnisse über ihn vorfänden, die noch vor seiner Menschwerdung und seinem Erscheinen bekannt gegeben worden sind, und wenn wir diese nicht durch die Thatsachen bestätigt sähen. Sehen wir doch die Verwüstung des jüdischen Landes und sehen wir doch in uns selbst als Angehörige aller menschlichen Völker durch die Lehre seiner Apostel überzeugt und abgebracht von den alten Bräuchen, in denen sie gewandelt und irregegangen waren, und finden wir doch unter den Heiden zahlreichere und wahrhaftigere Christen als unter Juden und Samaritanern. Justin, Apologie I.53.2-4.