Begründet Glauben

Ein Netzwerk für Fragen und Antworten über den christlichen Glauben

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Start Passt Wissenschaft zu Jesus? Wo braucht Wissenschaft Glauben?
Wo braucht Wissenschaft Glauben?

Was ist Wissenschaft?

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Wissenschaft ist eine menschliche Tätigkeit, die kulturell verankert ist und von Gruppen betrieben wird. Deswegen ist die Definition eines Soziologen hier angebracht:

(Natur-)Wissenschaft ist eine Methode, die in organisierten Bemühungen Naturerklärungen anstrebt, die immer offen für Veränderungen und Korrekturen durch systematische Beobachtungen sind. Anders gesagt besteht Wissenschaft aus zwei Teilen: Theorie und empirische Forschung.“ (Rodney Stark, The Victory of Reason. How Christianity Led to Freedom, Capitalism, and Western Success, Random House, New York, 2006, 12)

 

Keine Wissenschaft ohne Vertrauen

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Die Definition der Wissenschaft macht klar: Um Wissenschaft zu betreiben, brauchen man ...

  • Vertrauen in die Regelmäßigkeit der Natur
  • Vertrauen in die Verstehbarkeit der Natur
  • Vertrauen in die Fähigkeit der Menschen, die Natur zu beobachten
  • Vertrauen in die Fähigkeit der Menschen, die Naturbeobachtungen zu verstehen
  • Vertrauen in die Fähigkeit der Menschen, die Naturbeobachtungen angemessen zu interpretieren, in eine Theorie einzuordnen
  • Vertrauen in die vorausgesetzten Gesetze der Logik

Alle Menschen brauchen viel Vertrauen: Wer mit dem Bus fährt, vertraut dem Busfahrer, wer in ein Haus geht, dem Architekten und der Baufirma. Ohne Vertrauen zerbricht die Gesellschaft.

Vertrauen ist ein anderes Wort für Glaube. Solch ein Vertrauen kann von einem Vertrauensvorschuss ausgehen, aber es wird praktisch bestätigt oder enttäuscht. Vertrauen, egal ob in der Wissenschaft oder im Glauben an Jesus, braucht Gründe. Ein begründeter Glaube bleibt Vertrauen, egal ob in Wissenschaft oder im Glauben an Jesus.

 

Vertrauen in Logik und Mathematik

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Selbst in der Mathematik kommt man nicht ohne Vertrauen und „Einsicht“ aus: „Ferner muß man natürlich, um aus einer Aussage eine andere herleiten zu können, mindestens eine Schlußregel voraussetzen, die man selbst aber nicht beweisen kann.“ (Andreas Solymosi und Volker Kessler, Ohne Glauben kein Wissen. ‚Mathematischer Beweis’ der Unvollständigkeit unseres Wissens, Schwengeler, Berneck 1995, 15)

Eines der Motive ... bestand für mich gerade darin, am Beispiel der angeblich exaktesten und voraussetzungslosesten Wissenschaft zu zeigen, daß man ohne Berufung auf Einsicht nicht auskommt; ...“ (Wolfgang Stegmüller, Metaphysik, Skepsis, Wissenschaft, 2. Aufl., Springer-Verlag, Berlin 1969, 25, zit.n. Solymosi und Kessler 38)

Vertrauen ist nur ein anderes Wort für Glauben. Der Wissenschaftsphilosoph Wolfgang Stegmüller sagt:

Man muß nicht das Wissen beseitigen, um dem Glauben Platz zu machen. Vielmehr muß man bereits an etwas glauben, um überhaupt von Wissen und Wissenschaft reden zu können.“ (Wolfgang Stegmüller, Metaphysik, Skepsis, Wissenschaft, 2. Aufl., Springer-Verlag, Berlin 1969, 33, zit.n. Solymosi und Kessler 41)

 

 



Wer geht denn nicht mit der Lehre der Christen ins Gericht? Wer von den Heiden tut dies nicht, auch wenn er sie nicht einmal oberflächlich untersucht hat? Wer von den Juden spricht nicht über die Sache der Christen? Wer nicht von den Griechen? Wer nicht von den Philosophen? Wer nicht von den Leuten auf der Straße? Allenthalben wird über Jesus gerichtet und geurteilt. Origenes, hom. in Ieremiam 14,8, zit. n. Fiedrowicz 2001, 14