Begründet Glauben

Ein Netzwerk für Fragen und Antworten über den christlichen Glauben

  • Schrift vergrößern
  • Standard-Schriftgröße
  • Schriftgröße verkleinern
Start Warum Jesus? Was hat Jesus gemacht?
Was hat Jesus gemacht?

Die Ausgangslage: Die Welt vor Jesus

E-Mail Drucken PDF

Das Leben von Jesus steht in einem geschichtlichen und kulturellen Kontext, dessen Rahmen in den Schriften des Alten und Neuen Testaments abgesteckt wird. Die Bedeutung von Jesus uns seiner Handlungen ergibt sich aufgrund dieses Kontextes.

Der rote Faden, der sich durch diese Schriften zieht, ist die Geschichte Gottes mit den Menschen. Sie wurden von Gott dazu geschaffen, um ihn zu kennen, lieben und zu genießen. An der Menschheit hätte überall sichtbar werden sollen, wie zärtlich, wie fürsorglich, wie liebevoll dieser Gott ist. Gott stattete die Menschheit mit echter Verantwortung und Entscheidungsfreiheit aus.

Diese Freiheit erlaubte es den Menschen, sich von Gott abzuwenden, ihn abzulehnen. Da Menschen verantwortliche Personen sind, ergeben sich weitreichende Konsequenzen durch diese Abkehr. Die Harmonie zerbricht. So zerbricht auch die Lebenslinie, die Sauerstoffzufuhr. Wer sich von Gott wegdreht, wendet sich von der Quelle des Lebens weg und taumelt in Tod und Sinnlosigkeit.

Die Ausgangslage für das Leben von Jesus stellt also dieser Zustand dar - eine Welt, die ohne Gott lebt, von ihm getrennt durch Misstrauen, Egoismus, Hass und Grausamkeit. Eine Welt ohne feste Bezugspunkte. Und - da Gott gerecht ist - eine Welt, deren Bewohner einem gerechten, endgülten Gericht für ihre Bosheiten entgegengehen.

 

Die Intervention: Gott greift ein

E-Mail Drucken PDF

Wenn das Neue Testament mit der Behauptung recht hat, dass Jesus der menschgewordene Gott ist, dann bedeutet das, dass Gott etwas gegen die Zerrissenheit und das Unrecht, gegen die Todverfallenheit der Menschen unternimmt. Gott greift ein. Er wird Mensch.

Jesus bringt damit einen festem Bezugspunkt in die Welt. Er bringt Gottes heilsame Gegenwart, er bringt Gottes Wahrhaftigkeit, Autorität und Lebendigkeit in die Welt ohne Harmonie. Die Art, wie Leiden, Tod, Verbrechen von Jesus besiegt werden, ist paradox: Durch Leiden, durch Tod, als Opfer eines Verbrechens.

Einer der besten Freunde und Augenzeuge der historischen Ereignisse um Jesus fasst die historische Bedeutung von Jesus mit einem Satz zusammen:

„Denn es hat auch Christus einmal für Sünden gelitten, der Gerechte für die Ungerechten, damit er uns zu Gott führe, zwar getötet nach dem Fleisch, aber lebendig gemacht nach dem Geist.“ (Die Bibel, 1. Petrusbrief 3,18)

Da Gott gerecht ist, musste er die Rebellion der Menschen ahnden. Da er Liebe ist, wollte er, dass die Menschen das überstehen können. So hat Jesus freiwillig unser Todesurteil übernommen. Er hat am Kreuz für diese Sünden gelitten. Er bezahlt die Strafe, er sorgt für Gerechtigkeit. Er hat das so gründlich und konsequent gemacht, dass es nur ein einziges Mal nötig war.

Jedes Verbrechen, jede Handlung voller Hass, alles was ich jemals falsch gemacht habe und jemals falsch machen werde – das hat Jesus auf sich genommen. Und dadurch ist die Beziehung zu Gott wieder möglich.

DAS war die historische Großtat von Jesus. Jesus kann uns zu Gott führen! So bekommt ein Menschenleben eine ewige Perspektive, die weit über Essen, Schlafen, Arbeiten hinausgeht. Wer darauf vertraut darf Gott „Vater“ nennen. Wir haben jetzt die Möglichkeit zum Frieden mit dem Vater. Es gibt Vergebung! Gott schaut uns voller Liebe an.

Das alles hat Jesus sein Leben gekostet. Er wurde „getötet nach dem Fleisch, aber lebendig gemacht nach dem Geist“. Er ist wirklich und körperlich am Kreuz gestorben. Aber Gott hat ihn auferweckt und wieder „lebendig gemacht“.

 

Jesus stirbt für uns: Stellvertretung

E-Mail Drucken PDF

Die Interpretation, dass Jesus für unsere Rebellion (= „Sünde“) gestorben ist, zieht sich durch das ganze Neue Testament:

  • Paulus: „Gott hat Christus, der ohne Sünde war, an unserer Stelle als Sünder verurteilt.“ (2. Korintherbrief 5,21)
  • Johannes: „Gott liebte die Menschen so sehr, dass er seinen einzigen Sohn hergab“ (Johannesevangelium 3,16) – und es war Liebe, weil Jesus, “das Lamm der Welt“, unsere “Schuld wegnimmt“. (Johannesevangelium 1,29)
  • Petrus –„ Unsere Sünden hat er ans Kreuz hinaufgetragen, mit seinem eigenen Leib.“ (1. Petrusbrief 2,23) „Auch Christus hat ja für die Sünden der Menschen gelitten, der Gerechte für die Schuldigen, ein für alle Mal. So sollte er euch ... den Zugang zu Gott eröffnen.“ (1. Petrusbrief 3,17-18)

Er war nicht dazu gezwungen, sondern hat es selbst und freiwillig entschieden. Er wollte das für uns tun.

 

Die neue Situation: Die Welt seither

E-Mail Drucken PDF

 

Wenn das Neue Testament damit recht hat, dann ist durch das Ereignis am Kreuz eine neue Situation entstanden. Gott selbst hat den Weg zu ihm wieder frei gemacht. Für jede Frau und jeden Mann ist es möglich geworden, diesen Gott ungetrübt zu kennen, lieben und genießen.

Jesus stellt die Beziehung zu Gott wieder her und fängt an, alles andere auch wiederherzustellen. Er macht frei von Schuld, Sinnlosigkeit und Angst. Er nimmt jeden hinein in seine Geschichte, die nicht aufhören wird. Er sagt: „Ich bin gekommen, damit Du das Leben in Fülle hast, im Überfluss“ (Johannesevangelium, Kapitel 10,10)

Die ersten Nachfolger von Jesus erfuhren eine ungeheure Veränderung. Sie erkannten eine neue Autorität und bezeichneten den auferstandenen Jesus mit dem Ehrentitel der römischen Kaiser, "Herr". Die Dynamik, die ihre Leben unter dieser neuen Herrschaft entwickelte, veränderte das römische Reich in kurzer Zeit bis ins innerste.

Auf dieselbe Weise haben Menschen, die Jesus nachfolgen, die Welt an unzähligen Punkten zum Guten verändert, haben Krankenhäuser eingeführt, die Sklaverei abgeschafft, die Menschenwürde verteidigt, weil die Liebe von Jesus sie antreibt. Auch das gehört dazu, wie Gott die zerbrochene Harmonie in der Welt wiederherstellt. Aber es fängt mit einer Freundschaft mit Gott an.

Dieser Weg mit Jesus steht auch heute allen Menschen offen.

Christen erkennen auch heute noch in Jesus ihre höchste Autorität. Nichts ist für Christen so wertvoll wie er. Deswegen nennen sie ihn immer noch „Herr“. Sie stellen ihn über alles und jeden und folgen nur ihm.

 



Jeder Mensch geht übrigens in seiner Alltagssprache davon aus, dass es Wahrheit gibt. Wenn Sie jemanden fragen: »Wie spät ist es?«, dann setzen Sie voraus, dass es eine feststellbare Uhrzeit gibt. In unserm alltäglichen Umgang miteinander gehen wir davon aus: Es gibt Wahrheit. Fragen wie: »Schneit es draußen?«, »Wann hast du Geburtstag?«, hätten sonst gar keinen Sinn. Es gibt zwar Irrtum, Lüge und Täuschung. Aber jeder Mensch geht in der Alltagserfahrung davon aus, dass es Wahrheit gibt. Jürgen Spieß, Aus gutem Grund, 21